Sonntag, 6. August 2017

ein deutscher Sommer


Sommer  2017 in Mainz
So sah es diesen Sommer eigentlich immer aus. Sonne, Wolken, Regen, ständiger Wechsel zwischen Hitze und Kälte; mir war es recht, solange ich noch jede Woche nach Hannover zum Arbeiten fahren muss. Unseren Sommerurlaub in Bayern konnten Ulli und ich zum Glück noch ohne Kosten verkürzen, nachdem der Wetterbericht Dauerregen angesagt hatte. So blieb mir mehr Zeit für die Vorbereitungen meiner Reise.
Carnet Deckblatt
Am Samstag klingelte der Postbote und brachte nach nur 10 Tagen Bearbeitungszeit schon das Carnet vom ADAC. Das hat ja super geklappt. Gültig ab 09.September, einem Tag vor meiner geplanten Einreise in den Iran. So ein Carnet besteht aus dem Deckblatt, 25 Seiten für eben so viele Grenzübertritte, und eine Verbleibsbescheinigung. Kommt man an die Grenze, stempelt der Beamte bei der Einreise auf einem Blatt den Teil ganz oben links und den letzten Teil ganz unten ab. Letzterer wird bei der Einreise abgerissen und verbleibt beim Zoll. Bei der Ausreise wird dann auf dem obersten Teil rechts abgestempelt, und der zweite Teil verbleibt abgestempelt und unterschrieben beim Zoll. Jedes Land hat damit einen Zettel für die Einreise und einen für die Ausreise an der jeweiligen Grenzstation, man selbst hat den Ein- und Ausreisestempel im Carnet. Man sollte tunlichst darauf achten, dass die Grenzbeamten das auch genauso handhaben, sonst kann nicht nur die Kaution beim ADAC flöten gehen, sondern noch wesentlich mehr.
Carnet Blatt 1
Von einem Geburtstags-Gutschein besorgte ich mir beim örtlichen Buchhandel ein Bildwörterbuch Persisch-Deutsch. Zugegeben, das Teil wiegt über 600 g, aber da ich ja allein reise und kein Farsi spreche, muss es sein. Gesehen hatte ich so etwas zum ersten Mal bei Hartmut in der Mongolei. Das Tolle: unter dem Bild steht nicht nur der deutsche Begriff, sondern dasselbe auch auf Farsi, und die Lautschrift ist auch noch darunter. Benzin heißt auch auf Farsi "benzin", die Gitarre "gitar-e akostik" und der Gaskocher "gaz pikniki"; na also, das scheint ja gar nicht so schwer zu sein.
rund ums Mopped
und beim Campen
4 Wochen vor meiner Abreise hat sich nun auch endgültig geklärt, ob ich ganz alleine im Iran unterwegs sein werde oder darauf hoffen kann, dort auf bekannte Gesichter zu treffen. Wie ihr ja weiter unten lesen konntet, wollten ursprünglich mal 10 Interessierte mit. Helmut erschien eine solche Gruppe zu groß, er schloss sich mit Martina und Hartmut zusammen, um in kleiner Gruppe unterwegs zu sein. Sie suchten nach einem Direkttransport der Motorräder in den Iran, was sich aber nicht realisieren ließ. Die Gruppe um Marco wiederum hatte sich angesichts der Verhältnisse in der Türkei entschlossen, den Hin- und Rücktransport der Mopeds über Tiflis (Georgien) abzuwickeln. Bei ihnen sprang aber einer nach dem Andern aus familiären wie auch anderen Gründen ab, so dass Marco schließlich die ganze Tour für dieses Jahr abblasen musste. Ich war dann schon darauf eingestellt, als Einziger unterwegs zu sein, als Hartmut mir vor wenigen Tagen sagte, dass er, Martina und Helmut ihre Motorräder nun auch über Tiflis transportieren lassen würden und sogar noch länger dort unterwegs sein wollten wie ich. Sie fliegen bereits Ende August nach Tiflis und wollen dann über Aserbeidschan ans Kaspische Meer im Iran. Da ich für die Anreise rund 1 1/2 Wochen brauche, werden sie ein ganzes Stück vor mir herfahren. Allerdings wollen sie einige Tage nach Teheran, das ich auslassen möchte. Und auch Mashad steht auf ihrem Programm, während ich schon vorher nach Süden in die Wüste abbiegen will. Ihr Rückflug ab Tiflis ist wohl nur ein oder zwei Tage nach meinem, so dass ich guter Hoffnung bin, sie im zweiten Teil meiner Reise öfter mal zu Gesicht zu bekommen. Leider ist es ja mit der Verständigung im Iran nicht so einfach, ein Anruf übers deutsche Netz kostet gleich 3 Euro. Aber gefreut habe ich mich auf jeden Fall sehr.